Silvesterlauf 2016

Ich hatte ursprünglich nicht geplant, nach dem Stadtlauf im Oktober noch einen Wettkampf zu laufen. Aber irgendwie hat es mich dann doch sehr gereizt, das Laufjahr 2016 mit flotten 10 Kilometern abzuschließen. Und da ich es auch immer ganz reizvoll finde, in Nürnberg um den Wöhrder See zu laufen, habe ich mich kurzfristig entschlossen, vor der abendlichen Feierei am Silvesterabend noch einmal Wettkampfluft zu schnuppern.

Da das Frauchen am 31. sowieso bis in den späten Nachmittag arbeiten musste, hatte ich auch die Zeit dafür. Also für’s Laufen…. Ich musste auch nichts für den Jahreswechsel vorbereiten, weil ich meinen Part dafür schon erfüllt hatte.

Wir treffen uns nämlich an Silvester abends mit schon fast traditioneller Regelmäßigkeit immer in einer sechsköpfigen Gruppe, der sogenannten wandernden Kochgruppe (oder auch kochenden Wandergruppe), um den Silvesterabend kochend, trinkend und essend zu verbringen. Da ich es schon seit Jahren nicht mehr schätze, mich am ersten Tag des neuen Jahres mit alkoholverursachtem Unwohlsein herum zu schlagen, bin ich gerne bereit, den Fahrer zu spielen und deshalb findet das kochende Event bisher meist (immer) in Nürnberg statt. Zwei Drittel der wandernden Kochgruppe/kochenden Wandergruppe sind nämlich in Nürnberg wohnhaft und nachdem ich mich nicht gegen das Autofahren wehre, haben wir es bisher auch nicht geschafft, die zwei Drittel mal zu uns ins Dorf am Rande der kleinen Großstadt zu locken.

Das Nürnberger ZweiDrittel hatte sich dafür bereit erklärt, die Kochvorbereitungen zu übernehmen und mich nur mit dem Weinkauf beauftragt (Das Frauchen musste ja arbeiten). Das hatte ich in der Woche schon erledigt und deshalb also – lange Vorrede, kurzer Sinn –ausreichend Zeit um noch schnell rund um den Wöhrder See zu laufen. Deshalb habe ich mich beim Silvesterlauf des Team Klinikum Nürnberg e.V. angemeldet.

Ein mittelschweres Problem bei der Sache: Wie letzthin schon erwähnt, habe ich aktuell Probleme mit meinen Plantarfaszien (in beiden Füßen! Schluchz!) und das hat eine vernünftige Vorbereitung auf einen erfolgreichen Jahresabschluss kaum zugelassen. Eigentlich hätte ich den Lauf vernünftigerweise bleiben lassen müssen, aber ich wollte 2016 unbedingt laufend abschließen.

Glücklicherweise lief es dann ganz gut und angesichts der Tatsache, dass ich in November und Dezember nicht vernünftig zum Laufen gekommen bin, war das Ergebnis dann sogar durchaus zufriedenstellend.

Das Event selber ist auch sehr schön. Man läuft zwei Runden rund um den Wöhrder See und wir hatten zwar richtig frostige Temperaturen aber wundervollen Sonnenschein. Sonnig und trocken, ganz ehrlich Läuferherz, was willst du im Winter mehr? Der Start befindet sich beim Café Seehaus und somit sind Toiletten, Umkleidemöglichkeiten und warme Räume vorhanden. Wobei ich richtig Glück hatte und wieder Erwarten sogar einen Parkplatz in der Nähe fand, so dass ich mich am Auto umgezogen habe, um dann im warmen Café den Start abzuwarten.

JensDer Lauf lief ebenfalls besser als erwartet. Meine Sehnen ließen nur dezent Unmut verspüren und haben sich bis auf die letzten zwei Kilometer nur wenig mit Schmerzen bemerkbar gemacht. Und ich habe, trotz ungenügender Vorbereitung, die zehn Kilometer unter eine Stunde absolviert! Wohooo! Das hatte ich zwar leise gehofft, aber wirklich gerechnet habe ich damit eigentlich nicht mehr. Mit 58:39 blieb ich knapp unter einer Stunde, wobei meine Polar M400 wieder mal eine etwas kürzere Strecke ausgeworfen hat. Das macht sie aber fast immer und selbst wenn die Strecke wirklich 160 Meter zu kurz war, wäre ich noch unter den 60 Minuten geblieben. Und mit Platz 599 in der Gesamtwertung bei 1.022 FinisherInnen bin ich dann auch ganz zufrieden.

Es war sogar richtige Laufprominenz am Start – kurz vor Startschuss wurden diese vorgestellt. Wegen schlechter Akustik im hinteren Drittel habe ich aber nur mitbekommen, dass Anja Beranek, Triathletin und diesjährige Viertplatzierte beim Ironman in Hawai mit dabei war. Frau Beranek startet übrigens, wie ich auch, für den TV 1848 Erlangen und ist somit Vereinskollegin. Ho! Ho! ;o)

Zwei Sachen haben allerdings ein bisserl genervt, wobei der Veranstalter für den ersten Punkt nur bedingt was kann. Es ist ein bisschen eng direkt am Wöhrder See und vor allem am Café Seehaus. Das führt dazu, das man sich etwas weiter hinten in der Startaufstellung ein bisschen vorkam, wie bei einem großen Stadtmarathon, denn es wollte nach dem Startschuss erst einmal gar nichts voran gehen. Aber dafür haben wir ja Zeitmessung mit Chip… Der zweite Punkt war aber nervend, denn bei der Getränkeausgabe waren die Getränkevorräte bis auf Pfefferminztee sehr schnell erschöpft. Und es gibt wenig, was ich so sehr verabscheue, wie Pfefferminztee (Örks!). Ich hatte nach dem Zieleinlauf gerade mal ein halbes Becherchen Zitronentee abstauben könne. Hätte ich nicht vorsichtshalber ein Fläschchen Apfelsaftschorle im Auto vorrätig gehalten, wäre ich wohl richtig angefressen gewesen. So war es aber nur ärgerlich und auf der Heimfahrt schon fast vergessen.

Alles in allem war der Silvesterlauf also ein schöner Abschluss meines schönen Läuferjahres 2016!

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