Vorbemerkung: Irgendwie hat es dieses Jahr ewig gedauert, bis ich das hier fertig bekommen habe. Ich habe den Sommer über einfach nicht die Ruhe gefunden und den Nerv gehabt, den Eintrag fertig zu stellen….
Wie bereits im Jahresabschuss für 2025 kurz angedeutet, hat mich das Alter endgültig in Form einer Arthrose heimgesucht. Genauer gesagt, ich wurde letztes Jahr an mein fortgeschrittenes Alter in Form einer Arthrose im linken Knie hingewiesen. Und dann hatte ich mir wohl auch noch den Innenminiskus beim ZUT 2025 (oder in der Vorbereitung?) etwas demoliert.
Glücklicherweise ist das alles noch nicht so schmerzhaft, dass es mich am Laufen hindert, allerdings ist es auch nicht so, dass sich mein linkes Knie nicht immer wieder bemerkbar machen würde. Ich hatte mich dann kurz vor Weihnachten einer Arthroskopie unterzogen und meine behandelnde Ärztin war durchaus der Meinung, dass ich erstmal weiter dem Laufsport frönen dürfe. Auch meine Frage, ob ich den UTFS und auch wieder den Mittelwaldtrail bestreiten könne, wurde von ihr vorsichtig positiv beantwortet. Ihr etwas älterer Kollege, der mir die Fäden gezogen hat, war allerdings anderer Meinung („Sie sollten besser NIE WIEDER laufen“), die ich jetzt aber erstmal beschlossen habe zu ignorieren. Vor allem, nachdem auch die Physiotherapeutin, die ich verschrieben bekam, der Meinung war, dass ich das durchaus machen könnte. Somit habe ich beschlossen den UTFS und den Mittenwaldtrail (zu denen ich es mir glücklicherweise gelang mich anzumelden) trotzdem zu laufen. Meine Spitzenphysio hat mich auch ganz gut wieder hinbekommen und mich auch mit einem Haufen fieser aber wirksamer Übungen zur Kräftigung meiner Beinmuskulatur versorgt. An dieser Stelle mal wieder etwas unbezahlte (!) Werbung: Wer in Erlangen eine gute Physiopraxis sucht, der ist bei Exceo meiner Ansicht nach sehr gut versorgt.
Lange Vorrede kurzer Sinn: Ich bin dieses Frühjahr also wieder sowohl den Speedtrail beim UTFS im April als auch den Mittenwaldtrail beim Zugspitz Ultratrail im Juni gelaufen. Und das Problemknie hat mich bei beiden Rennen nicht im Stich gelassen – auch wenn ich jetzt bei Rennen immer mit einer etwas nervigen Kniebandage laufe (und im Training auch immer bei Long Runs oder härteren Einheiten).
Und von diesen beiden Rennen möchte ich hier deshalb wieder berichten.
Speedtrail beim Ultratrail Fränkische Schweiz in Ebermannstadt

Hatte ich den Speedtrail beim Ultratrail Fränkische Schweiz beim ersten Mal 2024 noch als eine Art mentale Vorbereitung und Trainings-Wettkampf für den Mittenwaldtrail gesehen, hat sich das inzwischen geändert. Ich mag diesen Wettkampf inzwischen sehr und auch die Strecke des Speedtrail mit seinen 34 Kilometern laufe ich gerne, auch wenn mir der Teil zwischen Muggendorf und Streitberg mit seinen doch recht fiesen Downhills arg zu schaffen macht – denn Downhills kann ich leider nicht g’scheit. 😉
Deshalb stand ich also dieses Jahr sehr nervös um 12:00 Uhr an der Startlinie in Ebermannstadt. Nervös vor allem deshalb, weil ich erst Mitte Februar überhaupt wieder ins Lauftraining einsteigen durfte und ich ja auch nicht sicher war, ob das Knie halten würde. Deshalb sortierte ich mich am Start im hinteren Drittel ein und begann den Lauf auch eher defensiv. Trotzdem war mir auf dem ersten Kilometer sogar richtig schlecht vor lauter Nervosität. Als ich mich dann in die Schlange auf den Singletrails durch den Friedwald Ebermannstadt eingereiht habe, ging es aber langsam. Und spätestes nach ca. 5 Kilometern bei Wohlmutshüll vorbei, hatte ich dann auch wieder richtig Spaß. Und das Wetter hatte auch wieder gepasst, sonnig und schon fast zu warm….
Ich will hier jetzt nicht mit langen Beschreibungen langweilen, es lief wie letztes Jahr, nur die Zeit war nicht ganz so gut wie 2024 und 2025. Ich musst auf den letzten Kilometern sogar richtig darum kämpfen, unter sechs Stunden zu bleiben, was mir sogar eine „Personal Best“ auf dem Strava Segment „UTFS final flat finish“ einbrachte. 😉 Und ich blieb mit offiziellen 5:57:40 knapp unter den sechs Stunden. Angesichts meiner Unsicherheit und der etwas zu kurzen Vorbereitung ein zufrieden stellendes Ergebnis.
Impressionen Speedtrail 2026
Mittenwald-Trail, Zugspitz Ultratrail by UTMB

Alles etwas anders…
Die Inhaber der Veranstaltungsagentur Plan B, die den ZUT gegründet und zu dem gemacht hatten, was er heute ist – Deutschlands größtes Trailevent – wollten in den Ruhestand gehen. Da intern anscheinend keine Nachfolgelösung gefunden wurde, hat man sich entschlossen, den ZUT (und den Transalpine Run) an die UTMB (die inzwischen irgendwie der Ironman-Gruppe gehört) zu veräußern. Das hat in der deutschen Trailrunning-Szene einiges an Aufregung verursacht. Viele befürchteten eine starke Kommerzialisierung des ZUT, und dass der UTMB dem Rennen seinen Charme nehmen würde. Viele Podcasts und auch das Trail-Magazin waren hingegen sehr positiv eingestellt, da dies wahrscheinlich mehr Eliteläufe anlocken werde. Immerhin kann man mit dem ZUT jetzt Running Stones sammeln und den UTMB-Index erhöhen – beides Voraussetzung zur Teilnahme am jährlichen großen UTMB-Finale in Chamonix (am Mont Blanc). Mir ging und geht dieses „Elitengewichse“ etwas auf den Senkel und ich hätte auch gut darauf verzichten können, dass jetzt endlich auch die internationale Elite in Deutschland antritt (was sie vorher ja teilweise auch schon getan hatte).
Und wie fand ich jetzt den ZUT by UTMB? Ich muss auch sagen, dass ich die Entwicklung schon schade finden. Das neue Anmeldeverfahren war etwas nervig und die Anmeldegebühren gingen auch gleich mal nach oben. Und beim Event war schon eine gewisse „Kommerzialisierung“ zu spüren. O.k., dass ich jetzt auf der Expo und im sehr stark gewachsenen Merch-Store mehr auf Englisch kommunizieren muss, ist jetzt nicht so tragisch, aber der Charme des ZUT als großes Familientreffen der deutschen Trailrunning-Szene (als das ich den ZUT jetzt bei meinen bisher zwei Teilnahmen empfunden habe) ist meiner Meinung nach dahin! Aber kann man ja nix machen…. Schade fand ich nur, dass Gepp’s auf der Expo dieses Jahr nicht mehr vertreten war und ich kein drittes Foto mit Roja mehr machen konnte. 🙁
Wie es lief…?
Etwas aufregend. Ich hatte (siehe oben) nicht so viel und intensiv trainiert, wie die letzten Jahre. Dann hatte ich mir kurz vorher über einen Zeckenstich eine Borreliose eingefangen, aber mein Hausarzt war glücklicherweise der Ansicht, dass mich das nicht hindern sollte („Die willst ja sicher nicht Dritter werden oder so?“). Aber ich musste angesichts des angesagten heißen Wetters darauf achten, dass die Antibiotika mich sonnenempfindlicher machen würden. Also Bucket-Hat statt Glücksmütze und längere Shorts. Und ich hatte Angst mir auf der Runde zur Hochalm und zum Osterfelder und dann runter Richtung Garmisch einen Sonnenbrand auf den Armen einzufangen – das ist immerhin über der Baumgrenze und in voller Sonne. Also hatte ich endlich die Ausrede mir auf der Expo ein paar Armlinge zu kaufen, auch wenn ich Angst hatte, mir bei den angesagten 30 Grad damit einen Hitzschlag zu verpassen. Aber im Gegenteil, doch dazu gleich mehr.
Das Wetter bereitete den Veranstalter einige Probleme, vor allem weil für Freitagabend heftige Gewitter vorhergesagt wurden. Die Rennleitung entschloss sich also die 100 Meilen Runde auf 100 Kilometer und den Ultratrail (eigentlich 100km) und Erwald-Trail auf 75km zu verkürzen. Und der Start des Leutasch-Trails am Samstag wurde von 9:00 Uhr auf 5:00 Uhr vorgezogen – das hatte für den Mittenwaldtrail dann auch Auswirkungen aber dazu ebenfalls gleich mehr. Ich muss aber sagen, dass die Entscheidungen der Rennleitungen (angesichts des Gewitters das Freitagabend in den Bergen tobte) völlig korrekt war.
Es war also wie immer. Am Freitag Startnumer abholen, Expo besuchen und Geld ausgeben, Pasta-Party (aka Kaspressnödel) und dann stand ich also wieder um kurz nach sechs Uhr in Mittenwald zum dritten Mal auf dem Bahnhofplatz und wurde von der besten Service-Crew aka beste Ehefrau von allen noch ein bisschen bepuschelt. Und dann machte ich mich um 7:15 mit der zweiten Startgruppe auf den Weg.
Über die Strecke habe ich ja die letzten zwei Jahre wohl schon genug geschrieben, da hat sich nichts geändert. Allerdings war es dieses Jahr noch heißer als letztes Jahr – eine Affenhitze sozusagen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Betreiber vom Graseck kurz vor der Partnachklamm, die ständig Wasser heraus schleppten und uns Läufer damit versorgten. Vielen Dank, ohne Euch wären die letzten Kilometer zur VP Laubhütte noch schwieriger geworden als sie bereits waren. An der Laubhütte gab es dann ein weiteres kleines Problem. Da der Leutasch-Trail dieses Jahr 4 Stunden früher gestartet worden war, kamen viele der Läufer mit uns an der Laubhütte an. Dort ist der Platz etwas beengt und das normalerweise schon stressige Gedrängel an den Wasser- und Verpflegungsausgabe wurde durch die zusätzlichen Läufer, die normalerweise erst nach uns eingetroffen wären, noch drängeliger. Und wie ich immer sage, der durchschnittliche Trailläufer an der VP tendiert dazu, sich zu benehmen wie das Schwein am Trog. 😉 Das Durcheinander hat mich gut 20 Minuten mehr Zeit gekostet als in den Vorjahren, aber gerade bei der Affenhitze war es wichtig sich gut zu verpflegen und die Vorräte aufzufüllen, denn jetzt folgt der Aufstieg zur Cheering Zone und weiter zur VP Hochalm, ca.750 Höhenmeter auf 5 Kilometer. Die Nomads aus Garmisch habe die Cheering Zone wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht, vor allem weil ich beim langen Aufstieg zum Kreuzeck dieses Jahr richtig gelitten habe…. Was sich aber als richtig entpuppte waren die Armlinge, die ich an der Laubhütte dann übergezogen hatte. Sie wurden von mir noch an einem Brunnen mit Wasser durchtränkt und dann irgendwie nicht mehr trocken (Schweiß und immer wieder mal Wasser an VPS). Was – vor allem bei dezenten Lüftchen oberhalb der Baumgrenze – für erfrischendes Feeling an den Armen sorgte. Meine Sorge mit den Dingern einen Hitzschlag zu bekommen, erwies sich glücklicherweise als grundlos…
Ich habe es dann sogar geschafft 28 Sekunden schneller als im Vorjahr zu sein (09:17:14) 😉 Hat mich sogar überrascht angesichts der etwas verlorenen Zeit am Laubeck und dem arg zähen und mühsamen Aufstieg zum Osterfelderkopf.
Fazit
Aller guten Dinge sind Drei! Das war es jetzt erstmal mit dem Mittenwald Trail. 2027 werde ich mir eine andere Herausforderung suchen. Genauer gesagt plane ich für 2027den Garmisch Partenkirchen Trail, der am Freitag stattfindet und mit 29 Kilometern und 1560 Höhenmetern praktisch den zweiten Teil des Mittenwald Trail darstellt. Aber da der UTMB jetzt leider auch für 2027 für den ZUT das Losverfahren eingeführt hat, ist es noch unsicherer als bisher ob ich überhaupt einen Startplatz bekommen werde – Details dazu in ein paar Wochen, Mitte Oktober.























