Winterklamotten

Ich laufe auch im Winter sehr gerne und solange die Temperaturen nicht unter -20 Grad fallen, sehe ich da auch kein Problem. Das ist bei jemandem, der einen großen Teil seines Lebens im Winter auch gerne auf Langlaufskiern unterwegs war, sicherlich nicht sonderlich verwunderlich.

Kälte, Schnee oder auch Regen1 hindern mich nicht. Im Gegenteil! Diese Woche durfte ich am Morgen, kurz vor sieben Uhr, nach einer Nacht frischen Schneefalls einen jungfräulich verschneiten Weg genießen, auf dem anscheinend vorher nur zwei Rehe unterwegs gewesen waren – schöner geht es fast nicht: Das leise Knirschen des Schnees unter den Laufschuhen, die durch den Schnee gedämpften Geräusche – das ist eine so wunderschöne und friedliche Stimmung! :0)

Stark verschneite Straße

Was mir zur Zeit aber wieder irritierend auffällt, sind die eingemummelten und viel zu warm gekleideten LäuferInnen, die mir da so entgegen kommen. Es scheinen viele der Ansicht zu sein, dass man sich ab 0 Grad zu kleiden habe, als wolle man zum Südpol laufen oder einen Achttausender besteigen! Bei gut der Hälfte der KollegInnen, welche mir bei Frosttemperaturen begegnen, wird mir bereits vom bloßen Anblick noch wärmer als es mir durch’s Laufen schon ist.

Gut, ich bin nicht sehr kälteempfindlich und beim Laufen gare ich bereits nach 10 Minuten im eigenen Saft. Deswegen kleide ich mich auch im Winter nicht allzu warm. Dünne lange Laufhose, langärmeliges Laufshirt oder wärmendes Langlauffunktionshirt (Wenn’s echt kalt ist!), meine Lieblingsregenjacke, Mütze oder Stirnband, Langlaufhandschuhe und eventuell auch noch ein Buff-Tuch im den Hals. Mütze oder Stirnband würde ich eigentlich gerne weg lassen, aber nachdem man über den Kopf so viel schwitzt (Und das tue ich nicht zu knapp!), beiße ich in den sauren Apfel und beuge mit Kopfbedeckung bei Kälte Erkältungen vor.

Jetzt bin ich natürlich nicht das Maß aller Dinge und habe auch Verständnis, dass meine Winterkleidung vielen zu frostig sein dürfte. Was sich jedoch aktuell meinen trüben Augen an winterlicher Laufbekleidung bietet, ist dann oft des Guten zuviel.

Diese Woche beispielsweise kam mir gegen Ende meiner Runde ein dicker, torkelnder Bär entgegen, der sich dann als Läufer in einer Daunenjacke (Skianorak? Mindestens!) mit dicker Fleecemütze und Fleecefäustlingen entpuppte und mir schon durch seinen bloßen Anblick Hitzewallungen verursachte! Liebe Frostbeulen, es gibt diese gute alte Faustregel: „Wenn du die ersten fünf bis zehn Minuten nicht leicht frierst, bist du zu warm angezogen!“ Befolgt sie! Alles andere ist im Winter schon fast ungesund!

Und wem diese Faustregel zu ungenau ist, der benutzt am besten das geniale Laufbekleidungstool bei Runner’s World. Das sagt euch genau, was ihr bei welchen Temperaturen anziehen solltet! ;o)

Screenshot Tool Laufkleidung

Das Tool kannte ich bis jetzt auch nicht. Darauf gestoßen bin ich bei Frau Grünzeug, die sich auch am Thema „Laufen im Winter“ – aber erheblich ausführlicher – abarbeitet.


  1. Also gut, Nieselregen macht mir nix aus. Wenn es Katzen und Hunde regnet, dann siegt auch mein innerer Schweinehund. Aber es gibt ja Alternativen wie das Laufband im Fitnessstudio – auch wenn das so furchtbar unglaublich öde ist! 

2 thoughts on “Winterklamotten

  • 26. Januar 2016 at 21:49
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    Hallo Jens!

    Danke für deine Verlinkung – so bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden und schaue mich hier gleich einmal näher um. 🙂

    Ein schön geschriebener Artikel, der mir mindestens zwei Mal das Lächeln ins Gesicht gelockt hat. Beim ersten Mal, als es um die Südpolläufer*innen und das zweite Mal, als es um das Garen im eigenen Saft geht. Obwohl ich das nie so herrlich ungeschmückt formuliert hätte (da siegt dann einfach mein Schamgefühl), geht es mir ganz genauso, weshalb ich die in ihren dicken Kleidungsstücken verschwindenden Läufer*innen, die mir manchmal entgegenkommen, auch bemüht nicht verständnislos anstarre.

    P.S.: Das Bild lädt übrigens gleich zum nächsten Lauf ein – schade, dass der Schnee dieses Jahres schon wieder passé ist…

    Liebe Grüße
    Jenni

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    • 27. Januar 2016 at 11:45
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      Hallo Jenni,

      Super! Der erste Kommentar dieses Blogs! Herzlichen Glückwunsch, dafür bekommst du einen Keks! ;o)

      Und du hast recht, dass der Schnee nur so kurz da war, ist wirklich sehr schade. Ich muss auch gestehen, das Bild ist von 2010 (!) und seitdem haben wir hier im Nordbayerischen nicht mal ansatzweise solche Schneemengen mehr gehabt… :o(

      Reply

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