Sportscheck RUN 2019

Wie im letzten Beitrag bereits erwähnt, habe ich mit dem Sportscheck RUN in Nürnberg noch eine kleine Rechnung offen. 2017 bin ich auf der Halbmarathonstrecke desaströs eingebrochen und habe die 21 km mit meiner bis dahin schlechtesten Zeit absolviert und 2018 konnte ich dann wegen „Rücken“ nicht zu einer Revanche antreten.

Also eigentlich sehr ehrgeizige Voraussetzungen für den diesjährigen Lauf durch die City von Nürnberg und rund um den Wöhrder See.

Am Raceday war ich allerdings nicht sehr optimistisch, dass das mit dem diesjährigen Versuch groß etwas werden würde. Ich bin Anfang September beim Halbmarathon in der Fränkischen Schweiz auch wieder mit nur 2:04:32 erheblich über den zwei Stunden geblieben und auf diesen Lauf hatte ich mich konzentriert vorbereitet. Die vier Wochen zwischen Fränkischer Schweiz und Nürnberg dagegen waren nur mit lockerem Laufen und einem kurzen Wanderurlaub in den Bergen gefüllt.

Und dann war das Wetter auch noch fies (grad mal 11 Grad und nasskalt) und ich wusste nicht, ob ich was Langärmeliges anziehen sollte (es wurde dann doch kurz-kurz – eine weise Entscheidung!), es war keine Nusscreme mehr für Snickerstoast übrig und überhaupt fühlte ich mich ziemlich schlappschlappschlapp.

Glückshose, Glücks-Buff und meine geliebten Kinvara.

Was soll ich sagen: Diesmal hat’s funktioniert. Obwohl ich auf der Strecke lange nicht daran geglaubt habe. Ich bin mit offiziellen 1:59:13 zwar auch nur sehr knapp unter dem „Sub120“ Ziel geblieben, aber drunter ist drunter.

Die erste Runde mit 10 Kilometer fühlte sich noch irgendwie mühsam an, aber trotzdem habe ich die Pacemaker für unter zwei Stunden nie aus dem Auge verloren. Und als es mir bei Kilometer 11 dann sogar gelungen ist, die beiden Herren hinter mir zu lassen, machte sich ein leicht euphorisches Gefühl in mir breit.

Jens rennt

Ich hatte aber trotzdem immer die begründete Angst im Hinterkopf, dass ich die gute Pace im letzten Drittel dann unter Umständen nicht mehr halten könnte. Da spreche ich aus leidvoller Erfahrung. Als dann aber bei Kilometer achtzehn meine Uhr immer noch eine Pace von 5:33 anzeigte machte sich in mir der sehnliche Wunsch breit, das dann doch bis ins Ziel zu retten.

Foto von Ellie (Dankeschön!)

Es war denn letztendlich eine ziemliche Quälerei, das Ergebnis ins Ziel zu bringen, aber wie oben bereits gefeiert: Ich habe es knapp geschafft und die Sub120 ins Ziel gerettet.

Zieleinlauf in 01:59:13

Das war es jetzt aber auch erst einmal mit dem Sportscheck RUN. Nächstes Jahr werde ich wohl nicht mehr antreten. Die Veranstaltung ist ja eigentlich vor allem ein großes Marketingevent eines Sportartikel-Händlers und das merkt man ihr auch schon sehr an. Angefangen mit dem schon immer sehr chicen und hochwertigen Funktions-T-Shirt als Startnummer. Jetzt ist mein Schrank aber bereits üppig mit Funktionsshirts gefüllt und es macht einem inzwischen nicht unbedingt ein gutes Gewissen, wenn man im Schrank ständig neue Plastik-Shirts anhäuft.

Und dann ist da noch der T-Shirt-Sponsor Under Armor: Ein Unternehmen dessen Vorstandsvorsitzender wohl ein bekennender Trump-Fan ist, dem eine sehr große Nähe zur amerikanischen Waffenlobby nachgesagt wird und das auch Ausrüstung für (Großwild-) Jäger herstellt und damit wirbt (wer mehr wissen will) – das finde ich nicht in Ordnung.

Dass mich der komische „Du wirst jetzt gleich an deine Grenzen gehen! Tschakka!“ Countdown am Start echt genervt hat, ist aber wahrscheinlich eher eine Alterssache. Die Generation der Facebook-Motivationssprüche findet das wohl cool…. ¯\_(ツ)_/¯

Also liebe Sportscheck RUN Veranstalter: Einen anderen T-Shirt Sponsor, die Einführung ordinärer Startnummern und bitte auch einen Startbeutel, der nicht aus Plastik ist und dann noch etwas weniger „Du wirst jetzt an deine Grenzen gehen“ Beschallung im Startbereich – dann habt ihr mich wahrscheinlich wieder.

Ansonsten vielen Dank für ein paar sehr schöne Halbmarathons….

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