Laufen mit Musik?

Eine kurze Anmerkung zum Thema „Laufen mit Mukke auf den Ohren“.

Nein, nein, keine Sorge, das wird kein Rant. Na ja, zumindest bis auf den Schluss, da „rante“ ich dann doch ein bisschen….

Noten

Die meisten Läufer*innen, die mir auf meinen Läufen begegnen, haben Kopfhörer auf oder in den Ohren. Habe ich nichts dagegen, kann jeder machen wie er will.

(#Hach, was bin ich wieder generös heute!)

Ich laufe allerdings seit einem knappen Jahr auf den kürzeren Strecken und vor allem morgens ohne Beschallung auf den Ohren. Ich habe Anfang 2019 nach etwas über drei Jahren regelmäßigen Waldbadens mit Laufschuhen und mit Musik festgestellt, dass es erheblich schöner, meditativer und entspannender ist, ohne musikalischer Unterhaltung zu laufen. Vor allem unter der Woche, wenn ich morgens laufe und mich dabei auf die Geräusche und Töne eines erwachenden Tages konzentrieren kann.

Ich habe das musiklose Laufen irgendwann einfach mal ausprobiert und mich bereits nach zwei Wochen gefragt, wie ich das ausgehalten habe, mit plärrendem Sound in den Ohren durch diesen wundervolle Tageszeit zu laufen. Und das nervige Gefummel mit Smartphone und Kopfhörern fällt auch weg.

Einziger Nachteil der Sache: Ich habe mangels Smartphone auch keine Kamera mehr mit dabei und kann meine Social Media Umgebung nicht mehr mit Fotos von der Laufstrecke erfreuen. Nun ja, ich denke damit kann ich leben. 😉

Nur bei den meisten „längeren Läufen“ am Sonntag habe ich auch Beschallung mit dabei, dann allerdings nur Podcasts oder ein Hörbuch. Wenn ich mit Musik laufe, habe ich die Tendenz schneller zu laufen und das ist beim „long run“ eher kontraproduktiv. Zwei Stunden langsam und ohne Unterhaltung übers Land zu traben, ist mir dann ab und an auch zu langweilig. Aber auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel und nicht jeder lange Lauf erfolgt mit Kopfhörern.

Es gibt sicher einen Haufen Läufer*innen, die das anders sehen, und ich habe da auch gar nichts dagegen. Was ich allerdings echt nicht nachvollziehen kann, sind Läufer*innen, welche auch bei Wettkämpfen Kopfhörer in oder auf den Ohren haben. Vor allem weil das Tragen von Kopfhörern bei den meisten Rennen explizit bereits in der Ausschreibung untersagt wird. Allerdings habe ich bis jetzt noch keinen Veranstalter erlebt, der das Verbot auch in irgendeiner Weise durchgesetzt hätte. Ich schätze die meisten nehmen den Passus wahrscheinlich nur aus Haftungsgründen in die Ausschreibung mit auf.

Trotzdem finde ich Läufer*innen seltsam, die nicht einmal bei einem Rennen auf ihre Musik verzichten können. Was unterscheidet einen Trainingslauf noch von einem Wettkampf, wenn man sich mit Musik von der Atmosphäre abschottet. Von den Geräuschen der Mitläufer*innen und dem Beifall der Zuschauer*innen? Nun gut, des Menschen Wille ist sein Himmelreich, ich wundere mich halt immer nur ein bisschen über solche Teilnehmer*innen.

(Achtung: Jetzt kommt der angekündigte Rant.)

Aber liebe Teilnehmer*innen, die ihr – aus welchen Gründen auch immer – auf Kopfhörer verzichtet und eure Umgebung an der laut aus euren Smartphone-Lautsprechern plärrenden Musik teilhaben lasst:

KÖNNTET IHR DAS BITTE GEFÄLLIGST BLEIBEN LASSEN?

Wieso glaubt ihr eigentlich, dass es den dreißig oder vierzig Läufer*innen um euch herum Spaß macht, einen ganzen Halbmarathon lang euren langweiligen Mainstream-Musikgeschmack, der in grauenhafter Qualität aus euren Mobiltelefonen plärrt, zu ertragen? Musik aus Smartphone-Lautsprechern ist akustische Umweltverschmutzung! Und das Beste aus den 80ern, 90ern und den 2000ern ist das ebenfalls!

Und ja, ich habe solche Typen (komischerweise immer männlichen Geschlechts) in diesem Jahr mehrmals genießen dürfen….

Und es nervt! Also hört bitte auf damit! Dankeschön!

Und kommt mir nicht mit Kopfhörer wären euch zu teuer oder sowas! Selbst Billig-InEars für 9,90 € vom Elektronikdiscounter haben keinen schlechteren Sound als die Lautsprecher eures Ein-Euro-Tarifverlängerungs-Smartphones!

Noten

Kurze Anmerkung: Wer sich über das jetzt auf einmal von mir verwendete Gender-Sternchen wundert. Ich bin noch kein überzeugter Fan davon, aber ich habe längere Zeit die Argumente FÜR und WIDER abgewogen und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Die meisten Argumente „FÜR“ sind doch eher logisch und einsichtig, die meisten Argumente „WIDER“ sind nicht sonderlich überzeugend und oft sogar kindisch. Und bei sowas sollte man dann konsequent sein.


One thought on “Laufen mit Musik?

  • 21. Oktober 2019 at 8:28
    Permalink

    Wenn ich laufe, dann laufe ich. Und lausche was die Umwelt so hergibt. Langeweile gibts nicht. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: wer sich beim Laufen langweilt, der macht was falsch. Musik sorgt nur für unnötige Ablenkung, irgendein Push-Effekt konnte ich nie feststellen, im Gegenteil, ich werde eher langsamer. Muss natürlich jeder wissen, wer das super findet: super. Aber mit plärrenden Lautsprechern rumrennen (im Wettkampf?!) … also echt, bitte nicht! Hab ich allerdings zum Glück noch nicht erlebt.

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