Neues Schuhwerk…

… und großes Gejammer über das Virus erspare ich mir.

Bei den ersten Wettkampfabsagen habe ich zwar noch gewinselt, dann aber schnell festgestellt, dass ich auch weiterhin Spaß am Laufen habe, ohne mich im grimmigen Wettkampf mit anderen Läufern zu messen. Laufen ist für mich auch immer Meditation – und gerade das kann ich im Moment ganz gut brauchen.

Und nachdem ich mir am Anfang dieses Jahres sowieso vorgenommen hatte, den Laufumfang dieses Jahr etwas zugunsten langer Lustläufe zu erhöhen und dafür weniger Bestzeiten & Co. hinterher zu hecheln, komme ich ganz gut damit zurecht, dass ich in diesem Jahr an keiner sportlichen Massenveranstaltung teilnehmen werde.

And now for something completely different…

Ich wohne im Dorf am Rand einer kleinen Universitätsstadt und habe deshalb glücklicherweise Wald und Flur zum Laufen direkt vor der Haustüre. Das stellt mich bei der Wahl meines Schuhwerks allerdings ab und an vor ein „Problem“. Meine Laufschuhe werden nämlich auf den meisten meiner Laufrunden mit den unterschiedlichsten Bodenbelägen konfrontiert: Asphalt, Forstwege, Waldwege, Single-Trails, Reitwege, Kies – all das kann mir bei einem Lauf unter das Schuhwerk kommen. Aus diesem Grund habe ich beispielsweiese aufgehört, die Schuhe der marke „on running“ zu laufen. Die Schuhe sind zwar klasse, aber ständig Steinchen und Kiesel aus den Zwischenräumen der „Clouds“ herausfummeln zu müssen, nervt dann doch. Genau wie bei meinen Nike Free RN, die praktisch nur auf Apshalt vernünftig zu benutzen sind. Und selbst bei meinen geliebten Saucony Kinvara muss ich ab und an Steinchen aus dem Profil fummeln.

Die Schuhe des Konzerns mit den drei Streifen sind zwar ideal für die Verhältnissse vor meiner Haustüre (zumindest was die Continental-Sohlen angeht), aber nachdem die Herren Konzernleitung sich gerade einen moralischen und kommunikativen Super Gau geleistet haben, lasse ich die Finger erst mal von deren Produkten. Darüber hinaus laufe ich auch bevorzugt nur noch Schuhe mit einer Sprengung (ℹ️) nicht über 5mm und damit bin ich bei dem 3-Streifen-Konzern (und diversen anderen) sowieso an der falschen Adresse.

Mein Neuzugang von Hoke one one

Womit ich bisher eigentlich gute Erfahrungen gemacht habe, war eines der Schuhungetüme der Firma Hoke one one . Auch wenn ich im „Clifton 3“ von Hoka im Jahr 2017 den bisher übelsten Halbmarathon meiner Laufkarriere durchlitten habe – aber das lag wohl nicht am Schuhwerk. (Das „one one“ spricht sich übrigens nicht englisch, sondern wie man es schreibt und bedeutet in der Sprache der Maori wohl „Zeit zu fliegen“. Aber das wisst ihr ja bestimmt alle schon!). Im Clifton bin ich sowohl HMs und 10er auf Asphalt als auch Trails in der Region (Fürther Stadtwaldtrail) gelaufen und der Schuh hat überall ganz gut gepasst.

Was die Produkte von Hoka außerdem auszeichnet, ist die heftige Dämpfung, mit der selbst Neutral-Modelle oder Lighweight-Trainer von Hoka one one ausgestattet sind. Gut gedämpft mit Sprengung/Drop von 4mm bis 5mm je nach Modell – da scheint für mich kleines Moppelchen ganz günstig zu sein.

Lange Vorrede kurzer Sinn – ich bin lange um sie herumgestrichen, habe überlegt und mit Konkurrenzprodukten abgewogen und dann am Anfang des Jahres zugeschlagen:

Die Challenger ATR 5.

Ein „All-Terrain-Running“ Traillaufschuh, der Testberichten zufolge auch auf Apshalt durchaus gut laufbar ist. Und das war mir wichtig, denn auch wenn man sich Mühe gibt, nur Waldwege zu laufen, ist es in meinem Umfeld schwierig nicht doch ab und zu eine kurze Apshalt-Passage meistern zu müssen. Ich habe mich vor einigen Jahren in Garmisch mal zu einem Salomon Speedcross 4 „überreden“ lassen, nur um dann festzustellen, dass der im Gebirge zwar echt klasse, in Mittelfranken aber überhaupt nicht so schön zu laufen ist. Und Apshalt geht damit gar nicht!

Der Challenger ATR 5 dagegen hält, was er verspricht. Ob Matsch im Wald, Single-Trails, Geröll, Schotter, Asphalt – egal welcher Untergrund, der Schuh hat Grip, sitzt bequem und läuft sich gut. Der Challenger läuft sich ähnlich bequem wie der Clifton, das Obermaterial scheint mir sehr strapazierfähig, kurzum: Ich bin begeistert! 🙂

Der Challenger ATR 5 ist ein Neutralschuh mit ausgeglichener Dämpfung und einer Sprengung von 5mm. Wer mehr über den Schuh wissen will, macht es wie ich und googelt einfach noch ein paar weitere Testberichte. Ich empfehle ihn auf jedem Fall jedem, der gerne Neutral-Schuhe (also ohne Pronationsgedöns) mit wenig Drop aber guter Dämpfung in Wald und Flur laufen möchte und visuell mit Hoka-Schuhen klar kommt. Gewöhnungsbedürftig sind die Schuhe optisch ja schon etwas. 😉

Und seine richtige Feuertaufe hat er dann kurz nach Ostern auf der Strecke des „Neideck 1000“ auf 21 Kilometern mit Bravour bestanden! Dazu bald ein bisschen mehr


Und nein, ich werde nicht für meine Schuh-, Uhr und sonstigen Material-Empfehlungen entlohnt. Wenn ich auf diesem Blog etwas bespreche, lobe oder auch kritisiere, dann habe ich mir dafür auch einen mehr oder minder regulären Kaufpreis von der Kredikarte hobeln lassen. Produktbesprechungen auf diesem Blog sind (bis jetzt noch zumindest) „Redaktion“ im ganz klassischen Sinne. Und sollte ich jemals in den Genuss kommen, Material zum Testen unentgeltlich gestellt zu bekommen, dann werde ich das mit Sicherheit auch transparent machen! Aber dafür ist die Reichweite dieses Blogs sicher viel zu gering, ich zu alt und meine sportlichen Leistungen wohl zu unspektaktakulär. Und für Produktkritiken bezahlen lassen? Echt nicht! Auf keinen Fall!


0 thoughts on “Neues Schuhwerk…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.