Altra Lone Peak 5

Ich hatte in meinem total subjektiven Testbericht über den NimbleToes Trail Addict bereits geschrieben, dass ich mir als Alternative für diesen mich nicht ganz so zufriedenstellenden Trail-Schuh den neuen Lone Peak 5 von Altra besorgt habe. Und den habe ich jetzt über 160 km in Wald und Flur getestet und möchte nun ein kurzes aber ebenfalls sehr subjektives Fazit zu diesem Trail-Schuh abgeben. Spoiler: Ich bin begeistert!

Der Laufschuh-Hersteller ALTRA produziert seit 2011 Laufschuhe für Trail und Straße. Besondere Kennzeichen der Altra-Schuhe: Null-Drop also keine Sprengung sowie die FootShape-Philosophie, das bedeutet, dass die Zehenbox des Schuhs sehr breit gehalten ist. Dadurch können sich die Zehen ganz natürlich spreizen, was Stabilität und Kraft erhöhen soll und trotzdem für ein entspanntes Laufgefühl sorgt.

Damit sind die Schuhe von Altra so ähnlich geformt, wie die von mir bereits beschriebenen Schuhe von Jo Nimble. Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings, dass Altras wie normale Laufschuhe gedämpft sind. Damit unterscheiden sie sich wesentlich vom Minimalschuh-Konzept anderer Hersteller. Mir kommt das, als bisheriger Fan von Hoka-Schuhen und etwas schwergewichtiger Läufer, sehr entgegen. Ich bin inzwischer außerdem überzeugter Läufer von Schuhen ohne Sprengung und auch das Konzept der breiten Zehenbox hat mich und meine Füße inzwischen überzeugt.

Altra Lone Peak 5

Der Lone Peak ist ein Trailrunning-Schuh, den Altra wohl schon seit langem im Programm hat. Das erkennt man schon an der Versionsnummer. Vor allem, wenn man weiß, dass Altra gerne bei kleineren Änderungen bzw. Verbesserungen die Versionsnummer nur um .5 erhöht. Der Vorgänger war also ein 4.5….

Beim Lone Peak 5 hat Altra das erste Mal das Altra EGO™ für die Zwischensohle verwendet. Das EGO™ ist laut Altra ein äußerst reaktionsfähiges aber trotzdem weiches Matrial. Und ich kann dem nicht wiedersprechen, der Schuh dämpft ordentlich und ist für mich auch für längere Läufe gut zu gebrauchen. Dafür sorgt auch die Stapelhöhe der Sohle mit 25 mm. Das EGO-Material soll auch die Haltbarkeit erhöhen, aber dazu kann ich nach 160km noch nicht groß was sagen.

Disclaimer: Ich bin kein Ultra und verstehe unter “längerer Lauf” so was um einen Halbmarathon herum. Ich bin kurz nach dem Kauf mit den Lone Peak 5 meinen geliebten Wiesenttal-Trail in der Fränkischen Schweiz gelaufen. 21 km mit 1000 Höhenmetern auf durchaus technischen Trails. Und die Schuhe haben mich nicht im Stich gelassen, im Gegenteil. Am Ende dieses Trails ist nämlich leider immer noch ein kleines Stück Straße mit Asphalt zu bewältigen, das mir dann normalerweise etwas zu schaffen macht. Nur mit den Hoka Challenger und jetzt mit den Lone Peak 5 hatte ich so gut wie keine Probleme auf dem knappen Kilometer Teerstraße.

Typisch für Altra ist auch die “anatomisch” anmutende Sohle, die beim Lone Peak 5 für einen sauberen Grip sorgt. Die Stollen sind strategisch angeordnet und in schlammigem Terrain bei Regen hat mich der Schuh voll überzeugt. Und auch auf richtig steilen Anstiegen mit weichem Waldboden greift der Schuh gut zu und lässt einen nicht im Stich.

Ich habe den Schuh übrigens über die deutsche Website bestellt, geliefert wird der Schuh dann aus Italien. Dadurch verlaufen Rücksendungen und deren Bearbeitungen zwar etwas länger, aber das Reklamationsmanagement funktioniert einwandfrei.

Ich hatte meinen ersten Altra nämlich leider etwas zu klein bestellt. Offiziell habe ich Schuhgröße 42 (US 8.5). Bei Laufschuhen bestelle ich zwar sowieso immer mindestens eine halbe Nummer größer, bei Altra muss es jedoch bei mir wohl mindestens eine ganze Nummer sein, trotz bequemer und weiter Zehenbox. Mit Größe 43 (US 9.5) hat es dann auch prima funktioniert.

FAZIT: Meine subjektive Bewertung Altra Lone Peak 5
  • Vearbeitung
  • Laufgefühl
  • Passform
  • Grip in technischem Terrain
  • Design
  • Preis-Leistung
4.6

Zusammenfassung

Wer längere Trails mit einem Schuh mit Nullsprengung und Zehenfreiheit laufen möchte, kann beim Altra Lone Peak 5 eigentlich nicht viel falsch machen. Aber Achtung: Der Alta Lone Peak ist kein Minimal- oder gar “Barfussschuh”. Dazu ist er viel zu gut gedämpft. Er ist ein schöner NeutralIaufschuh mit angenehmer Zehenfreiheit. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit ihm auch einen Ultra auf Trails gut bewältigen kann. Und auch Asphaltstrecken zwischendurch machen mit dem Lone Peak 5 keinerlei Probleme. Allerdings ist er kein “Renner” und für einen schnellen 10km Waldlauf ist er wohl eher nicht gedacht. Und das Design ist auch etwas bieder, aber das ist wohl auch der Form geschuldet und macht mir persönlich gar nix aus. Ach ja: Eine Öse und ein Klettveschluss an der Ferse für Gamaschen bietet der Lone Peak auch, aber auf Gamaschen kann ich im Allgemeinen verzichten, so herausfordernd sind meine Laufverhältnisse im Fränkischen nicht… 😉

DISCLAIMER: Nein, ich werde nicht für meine Schuh-, und sonstigen Material-Empfehlungen entlohnt. Und auch für den Altra LOne Peak habe ich mir den regulären Kaufpreis von der Kredikarte hobeln lassen. Produktbesprechungen auf diesem Blog sind (bis jetzt noch) „Redaktion“ im ganz klassischen Sinne und völlig subjektive Meinungsäußerungen zu Produkten, die mich begeistern oder enttäuschen. Und sollte ich jemals in den Genuss kommen, Material zum Testen unentgeltlich gestellt zu bekommen, dann werde ich das mit Sicherheit auch entsprechend transparent machen!

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