Bei der Trail-Variante weniger addicted…

Nachdem meine geliebten Challenger ATR 5 von Hoka one one so langsam den Geist aufgeben, habe ich mir im Januar gedacht, ich könnte mir doch mal neue Trail-Schlappen leisten. Und weil ich von den Staßenrennern des deutschen Herstellers von Minimalfußschuhen Joe Nimble sehr angetan war, habe ich mich beherzt zur Trail-Version der NimbleToes entschieden. Spoiler vorab: War keine schlechte, aber auch keine so gute Entscheidung wie mit den »NimbleToes Addict«.

Anmerkung vorab: Diese Schuh-Beurteilung bezieht sich auf die erste Generation des »NimbleToe Trail Addict«. Diese ist nicht mehr lieferbar und Joe Nimble hat inzwischen eine überarbeitete Version im Shop. Inwieweit damit meine folgenden Kritikpunkte behoben wurden, kann ich nicht beurteilen. Nur der Fairness halber angemerkt….

Ich versuche die Kritik möglichst kurz zu halten, deswegen vorab schon mal ein kurzer Spoiler: Der »nimbleToes Trail Addict ist kein schlechter Trail Running Laufschuh. Aber ich muss konstatieren – es gibt besseres Laufmaterial für’s Gelände.

Zwei etwas ärgerliche Kritikpunkte schon mal vorab: Joe Nimble hat beim Trail Addict versucht, Salomon zu kopieren und sich für Schnürsenkel mit einem Schnellspann-System und einer Schnürsenkelgarage entschieden. Und beides ist ihnen bei meinem Trail Addict gründlich misslungen. Die Schnellspannung hat selten vernünftig festgehalten und sich immer beim Laufen leicht gelockert, so dass ich es alle 4-5 Kilometer nachziehen musste. Und die Tasche der Schnürsenkelgarage ist leider so breit, dass die Schnürsenkel alle 500 Meter raus rutschten.

Ich habe mich dann an den Kundenservice gewandt und bekam nach einigen Tagen in dürren Worten zur Antwort, ich könne den Schuh als Reklamation zurück senden oder doch einfach das Schnellspannsystem durch normale Schnürsenkel ersetzen. Zweiteres war mir als Idee auch schon gekommen…. 😉

Als ich kurz darüber grübelte, ob ich den Schuh jetzt zurückschicken sollte, trudelte eine zweite Mail ein, mit welcher mir mitgeteit wurde, man habe mir jetzt ein Paar Schnürsenkel zugeschickt. Ich habe mir dann gedacht, ich warte mal ab und schaue was da dann kommt. Fünf Tage später trudelte ein Briefumschlag ein, in welchen lieblos ein Paar Schnürsenkel gestopft war. Also mal ehrlich: Professionelles Reklamationsmanagement ist das nicht unbedingt. Ein kurzes “Entschuldigung” und vielleicht ein kleines “Gutzerle” (eIn paar Ersatzeinlegesohlen?) hätte mich sicherlich etwas zufriedener gestimmt…. Aber jetzt zum eigentlichen Schuhtest:

nimbleToes Trail Addict von Joe Nimble

Die Trail-Version hält grundsätzlich, was auch der Straßenschuh versprochen hat. Ein hochwertig verarbeiteter Trailrunning-Schuh mit einer haltbaren Sohle und einem griffigem Profil. Nicht zu schwer, ausreichend Zehenfreiheit und Nullsprengung mit relativ wenig Dämpfung – also auch ein bisschen Barfußgefühl für’s Trailrunning. Der Gripp ist in heimischen Gefilden ausreichend und auch schlammige Reitwege durchs Unterholz an Regentagen waren bisher keine Herausforderung für die Michelin-Sohle. Soweit so gut!

Aber im Gesamteindruck läuft er sich leider etwas sehr “schwammig”. Ich hatte immer das Gefühl der Schuh würde nicht richtig fest am Fuß sitzen und habe das anfänglich auf das nicht funktionierende Schnellspannsystem geschoben. Das etwas unsichere Laufgefühl blieb aber auch, als ich die die Schnellspannsenkel durch die zugeschickten normalen Schnürsenkel ersetzt habe. Und auf Wurzeln oder felsigem, unebenem Gelände fühlte sich der Schuh dann etwas arg unsicher an.

Bitte nicht missverstehen: Der Schuh macht, was er soll – zumindest in den technisch eher unspektakulären Verhältnissen in meiner Wohnumgebung. Aber einen Trail wie meinen geliebten Neideck 1000 oder gar technisch anspruchsvolle Trails in den Bergen würde ich mit diesem Trail Addict nicht wagen. Das wäre mir zu unsicher. Der »nimbletoes Trail Addict« ist ein netter Minimal-Trailschuh, der für Wald- und Wiesenwege in flachem technisch anspruchslosem Gelände gut geeigent ist, aber bei anspruchsvollen Trails würde ich von diesem Schuh ernsthaft abraten. Da ist das Laufgeühl einfach zu unsicher für. Und das ist für die Preisklasse des Schus dann doch etwas wenig….

Wie oben schon erwähnt, hat der Hersteller Joe Nimble inzwischen eine überarbeitet Version nachgelegt und ich hoffe, die genannten Kritikpunkte wurden abgestellt. Ich habe meinen »Trail Addict« allerdings jetzt zum Wanderschuh “befördert” und das macht er dann allerdings bisher richtig gut.

Für’s Trailrunning habe ich mir inzwischen den aktuellen LonePeak 5 von Altra Running zugelegt – und der hat wirklich alles was ich mir vom Trail Addict versprochen hatte: Nullsprengung, eine breite Zehenbox, griffiges Profi und ein sicheres und festes Laufgefühl. Testbericht folgt, aber das schon vorab: Ich bin im Lone Peak 5 meinen Frühjahrs-Wiesenttal-Trail gelaufen und das hat mir richtig Spaß gemacht! Dem Trail Addict hätte ich das leider nicht zugetraut.

nimbletoes Trail Addcit
  • Verarbeitung
  • Design
  • Laufgefühl
  • Passform
  • Preis-Leistung
3.5

Zusammenfassung

Die Verarbeitung hätte eigentlich 5 Sterne verdient, der Trail Addict ist wirklich qualitativ hochwertig und haltbar verarbeitet. Trotzdem bei der Verarbeitung einen Stern Abzug für das defekte Schnellspannsystem und die nicht funktionierende Schnürsenkelgarage sowie ein halber Stern für den lustlosen Kundenservice.

Zur Produkt-Website beim Hersteller.

 

DISCLAIMER: Nein, ich werde nicht für meine Schuh-, und sonstigen Material-Empfehlungen entlohnt. Wenn ich auf diesem Blog etwas bespreche, lobe oder auch kritisiere, dann habe ich mir dafür auch einen mehr oder minder regulären Kaufpreis von der Kredikarte hobeln lassen. Produktbesprechungen auf diesem Blog sind (bis jetzt noch zumindest) „Redaktion“ im ganz klassischen Sinne. Und sollte ich jemals in den Genuss kommen, Material zum Testen unentgeltlich gestellt zu bekommen, dann werde ich das mit Sicherheit auch transparent machen!

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