Ungeschriebene Gesetze….

In Ausgabe 114 des FatBoysRun-Podcasts (diesen sollte man übrigens als Läufer auf jeden Fall abonniert haben!) unterhalten sich Philipp und Michael (die beiden aktuellen Herausgeber des Podcasts) mit dem Schweizer Marathoni Christian Kreienbühl über seine 50 ungeschriebenen Regeln für Läufer. Dabei handelt es sich um Regeln, welche den kleinen aber bedeutenden Unterschied zwischen „Läufer“ und „Jogger“ ausmachen sollen.

Herr Kreienbühl hat da durchaus Ahnung, denn er läuft die 42,195 km in 2:13 Stunden und durfte den Marathon auch schon bei den Olympischen Spielen absolvieren. Er ist also eindeutig als Läufer zu bezeichnen und sollte wissen wovon er redet/schreibt… ;-).

Ich will hier jetzt nicht alle 50 Regeln kommentieren, das macht Ausgabe 114 ausreichend genug, aber zu drei/vier davon muss ich jetzt auch mal meinen Senf abgeben…. Zu den paar Regeln, die mir persönlich ham Herzen liegen.


#10: Geschwindigkeit wird immer in Minuten pro Kilometer angegeben.
Nie in Kilometer pro Stunde!

Genau! Und vor allem, liebe Laufband-Hersteller, nehmt das endlich zur Kenntnis: MINUTEN PRO KILOMETER. Es ist für Läufer einfach lästig, dass ihr das einfach nicht beherzigen wollt. Keinen ernsthaften Läufer interessieren Stundenkilometer! Er will die Pace einstellen können. Aber ich befürchte, ihr seid immer noch der Ansicht in Fitnessstudios würden sich nur Jogger rumtreiben und die haben vom Unterschied zwischen Stundenkilometer und Pace kleine Ahnung. Was wahrscheinlich auch stimmt….


#14 // Läufer grüssen sich gegenseitig.
Das gilt insbesondere auch beim Überholen – für beide Parteien. Ausnahme: Man trifft auf mehr als einen Läufer pro Minute.

Korrekt. Liebe Sonntagmorgenjogger schreibt auch das bitte hinter die Ohren. LäuferInnen grüßen sich. Dabei muss man sich nicht überschwänglich die Hände schütteln, ein unauffälliges Handzeichen reicht völlig aus, wenn ihr nicht mehr die Luft für ein gepresstes „Servus“ übrig habt.

Betretenes auf den Boden schauen als Reaktion auf mein meist laut geschmettertes „Guten Morgen“ ist aber auf jeden Fall unhöflich und sorgt dafür, dass man euch als Läufer nicht ernst nehmen kann und wird. So bleibt ihr für immer und ewig Jogger…


#15 // Läufer duzen sich. Unabhängig von Alter, Leistung, Rang, Promi-Status.

Das muss ich jetzt nicht ausführlich erläutern oder kommentieren, oder? Gilt übrigens auch für jede andere Sportart! Basta!


#16 // Runden werden immer im Gegenuhrzeigersinn gelaufen. Einzige Ausnahme ist das Auslaufen nach einem Training oder einem Wettkampf auf der gleichen Runde.

Bitte auch das hundert Mal aufschreiben und dann hoffentlich für immer beherzigen. Danke!


#19 // Muss man während eines Laufes anhalten, bleibt man ruhig stehen und wartet. Unter keinen Umständen sollte man (zum Beispiel vor Bahnschranken oder an der Ampel) auf der Stelle laufen und/oder sich anderweitig zum Hampelmann machen.

Oh ja! Auch das in Zukunft bitte ausnahmslos befolgen. Ihr seht nämlich einfach dämlich aus, wenn ihr auf der Stelle rumhampelt. Und keine Ampel hat eine so lange Rotphase, dass ihr in der Wartezeit kalt werden könntet…. Es sei denn, sie ist kaputt.


#34 // Alle Geschlechter dürfen Tights in allen Längen tragen.

Zu dieser Regel gibt es meiner Meinung nach eine kleine Ausnahme: 3/4-Tights bei Männern. Diese gehen gar nicht! Das wirkt irgendwie so verpimpelt. Entweder es ist warm genug für Shorts bzw. kurze Tights oder es ist nicht warm genug und dann werden lange Tights getragen. Basta!


#35 // Nur Frauen dürfen über den Tights Shorts tragen.

Genau! Auch darauf möchte ich ausdrücklich hinweisen. Man sieht diese Unsitte nämlich aktuell immer öfter.

Männer! Echt jetzt? Shorts über Tights? Meint ihr das wirklich ernst? Habt ihr Angst die Mädels gucken euch die Kronjuwelen weg oder was? Ein anderer Grund für Shorts über Tights will mir nämlich nicht einfallen.


#42 // Man darf einen Trinkflaschen-Gurt/-Rucksack tragen.
Ausser der Lauf ist kürzer als 2 Stunden.

Ich möchte hier nur kurz und dezent auf die „zwei Stunden Ergänzung“ hinweisen. Irgendwie scheinen die durchschnittlichen MitteleuropäerInnen in den letzten 30 Jahren nämlich zu der Ansicht gelangt sein, die Evolution habe bei uns gepfuscht: Viele Menschen sind der Meinung, Mutter Natur habe uns zwar einen Warnmelder für die Flüssigkeitsaufnahme, Durst genannt, eingebaut, aber der ist anscheinend kaputt. Denn nur so kann ich es mir erklären, dass viele heutzutage befürchten, schlagartig zu dehydrieren, wenn Sie nicht alle 15 Minuten am Wasserfläschchen nuckeln.

Liebe Joggerinnen und Jogger! Glaubt es mir: Die 3,5 km Runde durch den Stadtpark kann man durchaus absolvieren, ohne eine 0,5-Liter-Flasche Vittel herum zu schleppen. Das geht! Wirklich!

Und wer noch mehr Argumente braucht, der lese bitte diesen Artikel.


Und das war es jetzt aber auch, sonst habe ich doch noch alle 50 Gesetze kommentiert. Wer diese aber gerne einmal alle vollständig lesen möchte, kann das auf dem Blog von Herrn Kreienbühl tun:

→ Die ungeschriebenen Gesetze der Läufer


 

One thought on “Ungeschriebene Gesetze….

  • 25. April 2018 at 14:06
    Permalink

    Hallo Ihr Zwei,

    vielen Dank noch einmal für Dach und Essen, Gespräche und Wettkampf.

    Die Bücher:

    Da ist nichts bei, was ich wirklich gewinnbringend verkaufen kann. Soll ich Sie mit nach Cottbus bringen oder für kleines Geld in den Laden stellen?

    Schöne Zeit bis dahin
    Mathias

    hatte ich schon mal versucht direkt als mail zu senden, ist aber wohl nicht angekommen!?

    Reply

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