Februarmorgen.

Es ist nicht mehr stockdunkel, wenn ich loslaufe. Finde ich nicht schön. Noch nicht.

Der 22. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres. Somit müsste ab Heilig Abend der Morgen eigentlich kontinuierlich früher hell werden. Tut er aber nicht. Zumindest gefühlt. Ich bin der Überzeugung, dass sich am Termin der Morgendämmerung im Januar nicht groß was ändert. Wenn ich von Weihnachten bis Ende Januar morgens los laufe, ist es immer dunkel. Und es ist auch noch dunkel, wenn ich zurück komme.

Seit Lichtmess ist das auf einmal so anders. Seit dem 02. Februar dämmert der Morgen täglich spürbar früher. Jetzt ist der Himmel am Horizont schon hellgrau, wenn ich loslaufe. Und wird täglich hellgrauer. Der Himmel. Dass das jetzt auf einmal so schnell geht, liegt wohl daran, dass die Erde doch keine Kugel ist, sondern so eine von oben und unten ein bisschen platt gedätschte Ellipse.

Straße in Morgendämmerung

Die Stirnlampe darf ab jetzt daheim bleiben und in die Sommerpause gehen…

Ich finde das im Februar doof. Das mit den so schnell früher beginnenden Morgenröten. Aus zwei Gründen. Erstens: Ich laufe im Winter gerne im Dunkeln. Zweitens: Die Morgendämmerung ist im Februar meistens öde und grau….

Der Laufmorgen im Februar ist trist. Die früher einsetzende Morgenröte, genauer Morgengräue und daraus resultierendes Vogelgezwitsch lassen zwar schon ein bisschen zukünftigen Frühling erahnen. Aber es ist eben noch nicht Frühling. Nicht einmal ansatzweise! Der Februarmorgen ist immer feucht oder nass. Der Februarmorgen ist kalt oder zumindest kühl. Der Himmel am Februarmorgen ist fast immer grau. Dieser Februar ist morgens ein echt deprimierender Monat. Kein Wunder, dass man ihn zum kürzesten Monat gemacht hat. So einen Februar mit 31 Tagen würde doch kein Mensch aushalten.

Da laufe ich wirklich viel lieber im Dunkeln. Von November bis Januar ist man morgens schön in samtene Dunkelheit gehüllt und meist für sich alleine. Vor allem im Wald liebe ich den dunklen Wintermorgen. Es gibt hier nicht viele Läufer, die sich um 6:30 Uhr in tiefster Dunkelheit in unseren Wald aufmachen. Man ist deshalb fast immer nur mit sich unterwegs. Alleine in der Dunkelheit und nur die Stirnlampe weist den Weg. Hin und wieder kreuzt sogar aufgescheuchtes  bzw. aufgewecktes Wild den Laufweg – das kommt bei Tageslicht recht selten vor. Das hat was. Was schönes….

Und man kommt im Dunkeln nach Hause und hat so das Gefühl schon etwas weggeschafft zu haben, bevor der Tag überhaupt begonnen hat. Das Gefühl fehlt mir jetzt schon…. 

Im März wird es glücklicherweise besser. Da riecht man morgens schon den Frühling. Und wenn der April kommt, hat man es hinter sich. Das morgendliche Wintergrau. Auch wenn der April bezüglich des Wetters bekanntermaßen ein launischer Genosse ist, befindet man sich jetzt im prallen Frühling und die Läuferlaune freut sich schon auf den Sommer…. Auch wenn die doofe Zeitumstellung den hellen, fröhlichen Frühlingsmorgen Ende März erst einmal wieder um eine Stunde zurück wirft.

Aber der Februarmorgen hat etwas sehr depressives an sich. So aus Läufersicht. Wollte ich nur mal gesagt haben.

Nachtrag 23.02.2016:
Wenigstens muss man jetzt keine Stirnlampe mehr aufsetzen. Zumindest wenn man im verkehrsarmen Wald läuft….

 

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