Krenlauf 2018

Die dritte Auflage des Krenlaufs stand am letzten Wochenende, genauer gesagt am Sonntag an. Der Krenlauf in Baiersdorf ist neben dem Fürther Stadtwaldlauf einer meiner Lieblingszehner und ich habe mich auch dieses Jahr wieder richtig darauf gefreut. Nachdem der Rennparcours auch ein schöner flacher ist, hat man in Baiersdorf ganz gute Chancen eine schöne Zeit zu laufen. Immerhin habe ich 2016 bei der Premiere meine persönliche Bestzeit auf zehn Kilometer erreicht, zumindest meine PB als alter Sack. Und der Wetterbericht kündigte wunderschönes Maiwetter an – beste Voraussetzungen für einen gepflegten Raceday also.

Ich fahre beim Krenlauf zwecks Vorfreude bereits Samstagnachmittag zur Ausgabe der Startunterlagen, um vorab ein bisschen meerretichgeschwängerte Eventluft zu schnuppern. Man bekommt dabei immer ein nettes Sponsorentütchen, das meistens mit leckeren Probegläschen des Hauptponsors Schamel gefüllt ist.

Und was stellt der Hauptsponsor her? Natürlich Meerrettich in allen Variationen oder eben auch „Kren“, wie man hier in Franken so sagt. Somit wissen jetzt auch die zwei Nichtfranken unter meinen Lesern endgültig, warum sich dieses Rennen „Krenlauf“ nennt. Baiersdorf ist eine der größten Anbauregionen von Meerrettich in Europa (wer mehr wissen will: Baiersdorf bei Wikipedia). Letztes Jahr befand sich ein ganzes Glas Raspelstix in der Tüte und wir lieben dieses spezielle Zeug wirklich sehr.

Startnummer mit Schamel-TüteIch war also voller Hoffnung auf ein Glas unserer Lieblings-Meerrettich-Leckerei, wurde aber etwas enttäuscht. Entweder hatte Schamel dieses Jahr keine Meerrettich-Pröbchengläser mehr auf Lager oder die Marketing-Abteilung war der Meinung, dass dieses Jahr die Senf-Spezialitäten kommunikativ gefordert werden müssten.

Es befanden sich also zwei Gläser Meerrettich-Senf in der Tüte, immerhin große Gläser und in interessanten Geschmacksvariationen. Und einem geschenkten Gaul schaut man ja auch nicht ins Maul – außerdem will ich auch wirklich nicht undankbar erscheinen, aber liebe Marketingfuzzis von Schamel: Wenn nächstes Jahr wieder Raspelstix in der Tüte ist, werdet ihr in meinem Blogbeitrag zum nächsten Krenlauf von mir so heftig gelobhudelt, dass ihr bestimmt rot anlauft… 😉

AusrüstungJetzt aber zurück zum Hauptthema: Um die Wette laufen. Da ich nicht sonderlich weit vom Veranstaltungsort wohnhaft bin, brauche ich nur knapp 20 Minuten, bis ich in Baiersdorf bin. Das verführt leider dazu, sich Zeit zu lassen, bis man sich auf den Weg macht. Aus diesem Grund war ich dieses Jahr so spät dran, dass ich vom fünf Kilometer Lauf gerade noch das Ende erlebt habe. Deswegen habe ich auch nicht mitbekommen dass @DerFleggo diese Jahr wieder die fünf Kilometer Runde und das sogar als Zweitplatzierter absolviert hatte. Glückwunsch! Ich hätte mir aber denken können, dass er startet, schließlich geht das Gerücht, bei Wettkämpfen an denen er teilnimmt, gäbe es nur gutes Wetter. Was bei diesem Krenlauf wieder 100%-ig zutraf! Außerdem scheint er den Krenlauf ebenfalls gerne zu mögen.

Zur Einstimmung das übliche Prozedere mit Einweg-Chip an den Schuh binden (bloß nicht knicken, sonst gibt’s keine Zeitmessung), Startnummern ans Rennshirt fummeln (ich hasse dieses Gwerch mit den Sicherheitsnadeln, diese Startnummernbänder mag ich aber auch nicht), locker einlaufen und dabei innerlich jammern (Binnichtgutdrauf! Datutwasweh! Wirdeindesasterheute!). Was man vorher halt so macht.

10 Minuten vor dem Start dann langsam im Mittelteil des Startfeldes einreihen. Und wie ich da so nervös im Startbereich rumstehe, tippt mir jemand auf die Schulter und ich hatte endlich die Gegenheit Uwe persönlich kennen zu lernen. Wir folgen uns schon länger auf Twitter und Strava, sind uns bisher bei Läufen aber erfolgreich aus dem Weg gegangen. Ist immer wieder nett, jemand aus der Virtualität dann mal persönlich zutreffen.

Kurz darauf noch etwas Animation, irgendwas von AC/DC und schließlich der Startschuss. Im letzten Jahr war ich auf der ersten Runde entschieden zu schnell unterwegs, was sich auf der zweiten Runde dann bitter gerächt hat. Das sehr flache Geläuf in Baiersdorf verführt aber auch sehr, sich in brutaler Selbstüberschätzung zu schnell kaputt zu laufen. Außerdem war es mit irgendwas um 24 Grad schon recht warm, was mir aber normalerweise nicht viel ausmacht, ich laufe gerne bei Hitze. Aber ich versuchte diesmal also etwas vorsichtig zu sein.

Der Hauptlauf beim Krenlauf besteht aus der 5 Kilometer Runde, die zweimal gelaufen werden muss. Die Stimmung an der Strecke ist immer sehr schön, man läuft durchs Dorf und wird aus den Vorgärten heraus angefeuert. Allerdings kam uns auf der Straße direkt nach dem Start erst einmal ein Krankenwagen mit Blaulicht und in vollem Lälülala-Ornat entgegen, was dazu führte dass man sich ein bisschen auf den Bürgersteigen zusammenballte. Ich hoffe, der Einsatz war nicht allzu ernst.

Meinen Vorsatz, die erste Runde etwas langsamer anzugehen habe ich dann anscheinend doch nicht richtig befolgt, zumindest, wenn man sich meine Kilometerzeiten so ansieht.

Strava-Zeiten

Wie man sieht, habe ich auf der zweiten Runde etwas nachgelassen. Im Rückblick muss ich sagen, dass es wohl auch an meiner Motivation während der zweiten Rude gelegen hat. Irgendwie habe ich es im Kopf nicht umgesetzt bekommen, die Pace aus der ersten Runde zu halten, denn ich glaube, dass meine Beine das Tempo wahrscheinlich ansatzweise hätten halten können. Auch daran werde ich arbeiten.

Urkunde KrenlaufIm Ziel zeigte meine Uhr dann 00:59:06, offiziell waren es dann aber nur 00:59:26. Auf jeden Fall bin ich aber sehr erfreut, die 10km Runde wieder unter einer Stunde gelaufen zu sein. Auch wenn es nur ganz knapp war. Ich plane im Juli auch mal den Herzorun zu laufen und da probiere ich noch ein paar Minuten mehr heraus zu holen. Mal sehen, wie weit mir das dann gelingen wird.

Im Ziel habe ich dann noch einen netten Instagram-Follower (lenk_bolek) kennen gelernt und kurz Elli und Sven gegrüßt, die beide bereits im Aufbruch begriffen waren. Noch ein kurzes Schwätzchen mit Uwe und dnan habe ich mich langsam schon auf den Weg nach Hause gemacht.

Alles im allem wieder eine schöne Veranstaltung, die Veranstalter vom Lauftreff Baiersdorf haben mit ihrem dritten Krenlauf wieder nicht enttäuscht. Das einzige was ich persönlich zu bemängeln habe, ist die Wahl des alkoholfreien Zielweizens. Ich weiß nicht mehr ganz genau, welcher Bierbrauer das verbrochen hatte, aber es schmeckte nicht sonderlich lecker. Ich wiederhole mich, wenn ich alkoholfreies Gutmann-Weizen empfehle…? 😉 Ich habe dann noch zwei Apfelschnitze und drei Becher Wasser in mich hineingeschüttet, für eine Breze war es mir etwas zu warm.

Jens mit MedailleDer dritte Krenlauf war somit schon wieder eine rundum gelungene Veranstaltung, ich hatte meinen Spaß und ein einigermaßen zufriedenstellendes Eregbnis. Auch für das kommende Jahr gilt somit: I’ll be back!

tl;dr:
10km in 00:59:26
M55: Platz 20 von 23
Gesamtwertung (w+m): Platz 223 von 310
Schuhe: On Cloud

 

3. Krenlauf 2018 - meine ziemlich subjektive Bewertung
  • Organisation
  • Atmosphäre
  • Strecke
  • Verpflegung
4.4

Krenlauf

Es gelten weiterhin meine Bewertungen aus den Vorjahren. Kurz zusammengefasst: Ein schöner Lauf und für 9 Euronen Startgebühr angesichts Organisation, Stimmung und Verpflegung ein echtes Laufschnäppchen.

Website des Veranstalters

 

 

 

 

Ich habe übrigens wegen dieser DSGVO die Share-Funktionen erst einmal deaktiviert, bis ich eine konforme Lösung gefunden habe. Wer diesen Beitrag auf Twitter, Facebook und Co teilen möchte: Einfach URL kopieren und selber posten. Ist zwar ein bisserl umständlich, geht aber erstmal nicht anders.

2 thoughts on “Krenlauf 2018

  • 11. Mai 2018 at 12:16
    Permalink

    Servus Jens,

    danke für’s verlinken und Glückwunsch zu deinem Lauf! Ja Baiersdorf ist echt immer einen Ausflug wert! Mit dem Meerrettichzeugs hab ich es zwar allgemein nicht so, allerdings mit Senf, von daher bin ich mit der diesjährigen Packung ganz gut bedient (ein kleines Raspelstix-Glas musste letztes Jahr für ein selbst gebasteltes Andenken her halten ;)). Auch beim Weizen geht es mir anders – ich mag das Kapuziner ziemlich gerne … allerdings direkt nach einem Lauf auch nicht so – ich schätze das liegt etwas an meinem zustand und der Temperatur im Plastikbecher… naja sei’s drum – wie du schon sagtest: Geschenkter Gaul und so 🙂

    Den Herzo habe ich auch ganz locker auf meiner Liste stehene, eventuell sieht man sich dann ja da, oder irgendwo anders im Frankenland mal bei einer der vielen Veranstaltungen!

    Grüße nach „Norden“ 🙂

    DerFleggo

    Reply
  • 13. Mai 2018 at 12:46
    Permalink

    Hi Jens,

    „Im Ziel zeigte meine Uhr dann 00:59:06, offiziell waren es dann aber nur 00:59:26.“

    Du bist auch ganz offiziell 00:59:06 gelaufen, aber irgendwie war die Wettkampfleitung nicht in der Lage, den (einzigen) Sinn des Einweg-Chips zu verwerten. Jeder Läufer wird in der Ergebnisliste mit seiner Brutto-Zeit geführt, statt korrekt die Liste nach Netto-Zeit zu sortieren. Beim 10-km Hauptlauf kann man es in der Liste schön sehen, weil dort alle Zwischenzeiten mitgelistet sind: http://www.wkm-iad.de/wk_ergebnisse.php , dann auf Hauptlauf und dann auf einen beliebigen Läufer klicken. Bei dir ist „Runde 1“ mit exakt 20 Sekunden gelistet. Warum führt man einen Chip ein und wertet dann trotzdem alle Läufer mit Bruttozeit, ohne Rücksicht darauf, wie weit hinten im Feld sie am Anfang standen? Bei den 5-km Nordic Walkern hat das evtl. soagar den Gesamtsieg verzerrt, denn der Zweitplatzierte ist erst wesentlich später als der Sieger über die Startlinie getreten, könnte also sogar die schnellste Nettozeit gehabt haben. Kann man online leider nicht beweisen, weil bei den 5-km Läufern keine Rundenzeiten gelistet sind. Falls du Kontakt zur Wettkampforganisation hast, schöne Grüße und von mir und Null Punkte für so eine Auswertungsleistung.

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